Donnerstag, 04. März 2010

Warum ich gegen das TRANZPARENZKONTO bin

Viel wurde diskutiert über die ÖVP-Idee "Transparenzkonto", die eine unfassbare Neiddebatte losgetreten hat, ausgetragen ausgerechnet auf dem Rücken der Ärmsten, der Sozial- und Transferleistungsempfänger. Denn extrem relevant und lebensnotwendig sind diese Leistungen eben genau für diese Schicht, auch wenn natürlich nicht nur sie begünstigt sind. Auch wenn Josef Pröll und Gefolgschaft die Intention dieser Neiddebatte leugneten, so konnten sie doch nicht verhehlen, dass es hier nicht nur um mehr Transparenz, sondern eben auch um reales Einsparungspotential geht.

Und hier eröffnet sich mir das erste Problem: Viel zu oft wurde von unrechtmäßigem Empfangen von Leistungen gesprochen. Hier wurde in gewohnter Manier (Asylantendiskussion) eine Bevölkerungsgruppe pauschal krimineller Absichten bezichtigt. Dies kann wohl kaum unwidersprochen bleiben. Denn von schwarzen Schafen, die es, wie wir alle wissen, überall gibt, auf die Allgemeinheit der Empfänger zu schließen, die, wie ich vermute, sich in ihrer partiellen Abhängigkeit von der staatlichen Wohlfahrt sicherlich nicht immer wohlfühlen - vom sozialen "Liegestuhl" ganz abgesehen -, ist geradezu scheinheilig. Ob hier überhaupt das Potenzial für die Staatsfinanzen ins Reine bringende Einsparungen besteht, möchte ich, in Ermangelung einer wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung, nicht beurteilen, aber doch bezweifeln.

Zweitens: Wo eine Doppelgleisigkeit besteht, kann wohl kaum dem Bürger die Schuld gegeben werden. Denn wenn der Bund nicht weiß, was das Land tut, ist dies ein Problem der doppelgleisigen Verwaltung, nicht der Bezieher. Mit einer Verschlankung der österreichischen Verwaltung hätte man sich die Diskussion überhaupt erspart. Wenn alles aus einer Hand kommt, ist ein derartiges Konto unnötig. Den Föderalismus und die Verwaltung in die Mangel zu nehmen, hatte offenbar zu wenig populistisches Potenzial, oder wäre schlicht und ergreifend konstruktiv, was wohl kaum im österreichischen Politiker-Vokabular zu finden sein dürfte.

Was mir hier sauer aufstößt: Möglichkeiten zu ungewollten Doppelgleisigkeiten (so diese bestehen, eigentlich dürften solche ja nicht existieren) sollten doch aus dem reinen Gesetzestext und den Bestimmungen der einzelnen Gebietskörperschaften erkennbar sein, a la Schablonenübereinanderlegung, aber ich bin kein Experte. Ich gehe hier vom Besten aus, und vermute, dass sich jede Körperschaft der Existens aller Leistungen übergeordneter Stellen bewusst ist, und ihr Verteilungsportfolio daran und an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichtet. In Folge dessen wäre jede angebotene Leistung legitim zu empfangen, unabhängig von jedwelchen anderen Transferzahlungen. Meiner Ansicht nach sollten diese sich nämlich an anderen Richtwerten wie Einkünften, Ausgaben, Kindern, schlichtweg an den Bedürfnissen orientieren und nicht an dem Maß der sonstigen sozialstaatlichen Vergütungen, da es hier wieder zu einem Wettkampf der Gebietskörperschaften kommen könnte, bei dem am Ende der Bürger auf der Strecke bleibt, da niemand für ihn in die Tasche greifen möchte.

Schließlich und endlich halte ich es für extrem problematisch, in niederen Gebietskörperschaften wie dem 900-Einwohner-Dorf, aus dem meine Familie stammt, den am Gemeindeamt beschäftigten Nachbarn mit Einsicht in die Einkünfte von Bund und Land über etwaige Leistungen entscheiden zu lassen, da auch diese möglichst objektiv und davon unabhängig zu vergeben sind (eine reine Illusion), und ich, wie bei der Telefonvorratsdatenspeicherung, bei der auch nicht jeder Dorfpolizist ohne weiteres Zugriff haben sollte, die Kontrolle eher höherstehenden Stellen überlassen würde.

Das sind im Groben meine Vorbehalte gegen das Transparenzkonto, das ja bis jetzt meiner Meinung nach nur sehr wage skiziert wurde und vieles noch im Unklaren lässt. Es erscheint mir nicht zielgerichtet zu sein, ineffizient, die Menschenwürde verletzend, im Ganzen scheinheilig. Dass in anderen Bereichen das notwendige Geld leichter, in größerem Ausmaß und ohne Gefährung von Existenzen zu holen wäre, ist nur meine ungeschulte Meinung, die ich möglicherweise bei Gelegenheit erläutern werde, genauso wie die Umfallerqualitäten des Werner F.

Um Anregungen und Gedanken eurerseits wird höflichst gebeten!

Michael Poscoleri, 4.3.2010

Donnerstag, 21. Jänner 2010

Gedicht - Grabgesang, Abgesang

Schweigend lausche ich deinen Grabgesang
doch irgendwann reißt mir der Faden
ich pack dich
jetzt ist schluss jetzt wird auferstanden

Please, do not assume the obvious

Posco - 21.1.2010

Gedicht - Schweine, Winseln

Die Leiden einer einfach Sau
übersteigen meine um Schwanzlängen
dann was wir hier tun
ist Hirntheater
was ich hier tu
wird niemals sein

Denn Schweine als Versuchskaninchen
taugen doch nur bedingt
denn mein Leben basiert nicht
auf dem Rythmus meines Herzens
sondern dem Winseln mein Geistes

Posco - 21.1.2010

Gedicht - Behalt dir deine Hoffnung

Lass die Hoffnung noch nicht fahren
was dich umgibt
in deinen jungen Jahren
kann sich noch kehren

Und entfliegt sie dir
so sei nicht traurig
denn sie ist nur auf Ausflug
kehrt bald zu dir zurück

Posco - 21.1.2010

Gedicht - Todesengel, gelb

Nennt mich Todesengel
denn was ich überbringe schockiert
die Zeit ist ab
kein Grund davonzulaufen
und auch kein Sinn

Mein Hemd ist schwarz
wie meine Seele
Meine Augen gelb
wie die Schlinge um meinen Hals
es wird die deine sein

posco - 21.1.2010

Gedicht - Unfertig, Titellos

17 Flüsse deines Blutes
flossen stumm an mir vorbei
17 Wege deiner Liebe
zogen tobend an mir vorrüber

Ich lese dich an dunklen Tagen
du hast viele Seiten wohl geschwärzt
doch selbst im Schatten meiner Lampe
seh ich mehr als ich ertrag

Gib mich frei ich bin am Ende
Die Lesezeichen sind gesetzt
heut les ich dich doch nicht aus
du wanderst auf den Stapel

Gedicht - Verzeih, ich

Wir flogen bis uns unsere Arme nicht mehr hielten
bis sie voller Flecke waren
von den Tränen

saurer Regen einer Innenweltverschmutzung
hat unsere Herzen
innenrum verdreckt

Da dröhnt soviel Wut aus deinem Horn
da ist so viel Zorn in deinen Worten
das hab ich nicht verdient

Michael, verzeih mir bloß
versetz mir nur nicht den letzten Stoß
ich wollte doch nur sein

Posco - 21.1.2010